Der 119. US Kongress - Repräsentantenhaus
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Demokraten
Republikaner
Vakant
Wie werden Abgeordnete in den USA gewählt?
Die 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses verteilen sich an der Einwohnerzahl bemessen auf die einzelnen Bundesstaaten. Während hier also im Unterschied zum Senat ein Abgeordneter zumindest weitestgehend die gleiche Anzahl an Bürgern vertritt, existieren dafür große Unterschiede darin, wie viele Abgeordnete ein Staat entsendet. Aktuell gibt es in den USA sechs sogenannte „At large“ Distrikte (Alaska, Delaware, North Dakota, South Dakota, Vermont und Wyoming), also Distrikte, welche die Gesamtheit eines Bundesstaates umfassen.
Jeder Abgeordnete wird nur für eine zweijährige Amtszeit gewählt, wodurch im Kontrast zum Senat weniger Augenmerk auf Erfahrung und Konstanz, und mehr auf eine aktuelle Wiederspiegelung der öffentlichen Meinung gelegt wird. Gewählt ist derjenige, auf den in seinem Kongressdistrikt die meisten Stimmen entfallen. Voraussetzungen für die Wahl zum Abgeordneten des Repräsentantenhauses sind die Vollendung des 25. Lebensjahres, eine mindestens seit sieben Jahren bestehende US Staatsbürgerschaft sowie der Wohnsitz innerhalb des Staates, dem der jeweilige Kongressdistrikt angehört.
Die Verteilung der Sitze im Repräsentantenhaus erfolgt stets auf Grundlage eines aller zehn Jahre durchgeführten Zensus, welcher zuletzt im Jahre 2020 stattfand. Die Aufteilung der Kongressbezirke innerhalb eines Staates obliegt dem Staat und wird in der Mehrheit der Fälle von der Gesetzgebung bestimmt.
Auch dem Repräsentantenhaus stehen gewisse Aufgaben zu, welche dem Senat vorenthalten bleiben. Während der Senat nämlich für die Verhandlung eines Amtsenthebungsverfahrens zuständig ist, muss dessen Entstehung jedoch im Repräsentantenhaus liegen. So ist es jedem Abgeordneten des Repräsentantenhauses gestattet, ein solches Verfahren auf den Weg zu bringen. Daraufhin wird das Verfahren zunächst dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses übergeben, welcher den Antrag überprüft und konkrete Anklagepunkte formuliert, falls sich der Antrag tatsächlich auf ein Vergehen des Amtsträgers wie etwa Verrat oder Korruption bezieht.
Im Anschluss daran werden die Anklagepunkte dem gesamten Repräsentantenhaus zur Abstimmung übergeben. Sollte der Amtsträger in Form einer einfachen Mehrheit in mindestens einem der Anklagepunkte für schuldig befunden werden, so gilt er offziell als angeklagt („impeached“). Eine Amtsenthebung zieht dies allerdings noch nicht nach sich, sondern hat eher formellen Charakter.
Alle Gesetze, welche die Steuer-, Abgaben- oder auch Zollpolitik der Vereinigten Staaten zum Gegenstand haben, müssen ebenfalls ihren Ursprung im Repräsentantenhaus haben. Der Senat behält sich hier lediglich ein Recht auf Abänderung des im Repräsentantenhaus eingebrachten Gesetzesentwurfs vor.
Kommt es bei der Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten zu keiner absoluten Mehrheit für keinen der Wahlvorschläge, so liegt die Entscheidung über das Amt des Präsidenten beim Repräsentantenhaus.
