Wie wird der Senat gewählt?
Die 100 Senatoren des US Senats setzen sich aus je 2 Senatoren aus jedem der 50 Bundesstaaten zusammen. Dabei variiert die Anzahl der von einem einzigen Senator vertretenen Bürger stark, zwischen beinahe 20 Millionen in Kalifornien und um die 300.000 im Falle von Wyoming.
Gewählt wird jeder Senator für eine Amtszeit von 6 Jahren, wobei aller zwei Jahre in etwa ein Drittel der Senatoren zur Wahl steht und nie beide Senatoren eines Staates im selben Jahr gewählt werden. Dies soll gewährleisten, dass eine der beiden Kammern des Kongresses weniger der sich oftmals schnell verändernden öffentlichen Meinung unterworfen ist und ein gewisses Maß an Konstanz im Bereich der Gesetzgebung gewahrt wird. Seit der Ratifizierung des 17. Verfassungszusatzes im Jahre 1913 werden die Senatoren direkt von den Bürgern ihres jeweiligen Staates gewählt. Zuvor geschah dies durch die Gesetzgebung der einzelnen Bundesstaaten.
Derjenige, der in seinem Bundesstaat die meisten Stimmen auf sich vereint, ist gewählt. Für die Wahl zum Senator schreibt die US Verfassung vor, dass nur gewählt werden kann, wer das 30. Lebensjahr vollendet hat, seit mindestens 9 Jahren die US – Staatsbürgerschaft besitzt und zum Zeitpunkt der Wahl Einwohner desjenigen Staates ist, den er im Senat zu vertreten beabsichtigt.
Auch wenn die Mehrheit der legislativen Kompetenzen dem Kongress in seiner Gesamtheit obliegt, gibt es dennoch einige Ausnahmen, sogenannte Exklusivkompetenzen, welche nur einer der beiden Kammern zustehen.
Im Rahmen eines Amtsenthebungsverfahrens gegen den Träger eines öffentlichen Amtes in etwa, ist der Senat diejenige Kammer, in welcher der Verurteilungsprozess abgehalten wird. Die Senatoren fungieren hierbei gewissermaßen als Geschworene und müssen vor Beginn der Verhandlung einen Eid oder ein Gelöbnis ablegen. Zur Verurteilung ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, durch die der Amtsträger aus seinem Amts enthoben wird und unter Umständen zukünftig von der Bekleidung weiterer öffentlicher Ämter ausgeschlossen werden kann. Im Falle eines Amtsenthebungsverfahrens gegen den Präsidenten wird die Verhandlung vom Obersten Richter der Vereinigten Staaten geleitet.
Der Senat hat zudem die Aufgabe, die vom Präsidenten für ein hohes öffentliches Amt nominierten Personen mit einer einfachen Mehrheit in ihrer Wahl zu bestätigen. Dies gilt zum Beispiel für die Ernennung von Bundesrichtern, Kabinettsmitgliedern oder Botschaftern.
Für den Abschluss von Verträgen mit anderen Staaten, welche der Präsident der Vereinigten Staaten innerhalb seines Kabinetts ausgehandelt hat, ist eine Zweidrittelmehrheit des Senates erforderlich.
Falls bei einer Präsidentschaftswahl keiner der Wahlvorschläge eine absolute Mehrheit von 270 Wahlmännerstimmen auf sich vereinen kann, so entscheidet der Senat über die Wahl des Vizepräsidenten.
